KI im Betrieb: Welche Förderung es in Bayern wirklich gibt
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„KI-Weiterbildung, bis zu 100 % gefördert." ???
Solche Anzeigen sehen Sie gerade überall. Viele Inhaber fragen uns dann: Gilt das auch für einen Betrieb in Bayern? Oder ist das nur was für andere Bundesländer?
Die kurze Antwort: Ja, das gilt auch hier. Und es gibt noch mehr. Für einen Betrieb im Chiemgau stehen im Moment fünf Wege offen, um den Einstieg in KI günstiger zu machen. Zwei davon kosten gar nichts, einer läuft Ende des Jahres aus. Hier der Überblick, sortiert nach dem, was Sie brauchen.
1. Erst mal verstehen, was KI für Ihren Betrieb bringt
Mittelstand-Digital Zentren: kostenlos
Der Bund bezahlt bundesweit rund 30 Mittelstand-Digital Zentren. Für Bayern ist vor allem das Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg zuständig, mit Standorten in Augsburg, München, Nürnberg und Regensburg. Dazu kommt das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk, das eine Online-Werkstatt „KI im Handwerk" anbietet.
Was Sie dort bekommen:
Veranstaltungen und Workshops, meist ein halber oder ganzer Tag
Vorführungen, bei denen Sie KI-Anwendungen selbst ausprobieren
kurze Einzelgespräche zur Orientierung
Online-Kurse und Webinare
Für kleine und mittlere Betriebe ist das alles kostenlos. Was die Zentren nicht machen: bei Ihnen im Betrieb etwas einrichten oder Förderanträge für Sie schreiben. Als erster Schritt passt es trotzdem gut.
2. Ihre Mitarbeitenden sollen KI lernen
Qualifizierungschancengesetz: bis zu 100 % der Kurskosten
Das steckt hinter den „100 % gefördert"-Anzeigen. Das Gesetz ist Bundesrecht, deshalb gilt es in Bayern genauso wie überall. Die Agentur für Arbeit übernimmt einen Teil der Kurskosten und zahlt einen Zuschuss zum Lohn, solange Ihre Leute auf der Schulung sind.
Wie viel das ist, hängt von der Größe Ihres Betriebs ab:
Unter 50 Beschäftigte
bis 100 %Kurskosten
bis 75 % Zuschuss zum Lohn50 bis 499 Beschäftigte
bis 50 %Kurskosten
bis 50 % Zuschussab 500 Beschäftigte
bis 25 % Kurskosten
bis 25 % Zuschuss zum Lohn
Die Bedingungen:
Der Kurs dauert mehr als 120 Stunden. Ein Nachmittag „ChatGPT für Einsteiger" zählt also nicht.
Der Anbieter ist nach AZAV zugelassen.
Sie beantragen die Förderung, bevor der Kurs beginnt.
Ihr erster Weg führt zum Arbeitgeber-Service Ihrer Arbeitsagentur, bei uns in Traunstein oder Rosenheim. Dort bekommen Sie eine Beratung, erst danach suchen Sie den Kurs aus.
Übrigens: Seit Februar 2025 verlangt der EU AI Act, dass Mitarbeitende, die mit KI arbeiten, sich damit auskennen. Mit einer geförderten Schulung erledigen Sie das gleich mit.
3. KI oder Software im Betrieb einführen
Digitalbonus Bayern: bis 7.500 € oder bis 30.000 €
Das ist das wichtigste Programm des Freistaats für kleine Betriebe. Es läuft bis Ende 2027 und legt seit der Neuauflage einen Schwerpunkt auf KI und Robotik.
Digitalbonus Standard: 50 % Zuschuss, höchstens 7.500 €
Digitalbonus Plus: 50 % Zuschuss, höchstens 30.000 €, für Vorhaben mit echtem Neuigkeitswert
Gefördert werden zum Beispiel eigens entwickelte Software, Beratung, Schulungen, Robotik und Technik für IT-Sicherheit wie Firewalls oder Backup-Systeme. Nicht gefördert werden normale Büro-Software, ein neues Betriebssystem oder der Ersatz alter Geräte.
Die Bedingungen:
weniger als 50 Beschäftigte und höchstens 10 Mio. € Umsatz oder Bilanzsumme
eine Betriebsstätte in Bayern
mindestens 4.000 € förderfähige Ausgaben
Das Vorhaben hat noch nicht begonnen.
Sie haben ein ELSTER-Unternehmenskonto. Das brauchen Sie seit Mai 2025 für den Antrag, und die Einrichtung dauert ein paar Tage. Kümmern Sie sich also früh darum.
Ausgeschlossen sind unter anderem freie Berufe und landwirtschaftliche Betriebe.
Wichtig beim Ablauf: Der Freistaat gibt jeden Monat nur eine feste Zahl an Anträgen frei. Die Freigabe startet am ersten Werktag des Monats um 10 Uhr. Wer später kommt, wartet oft auf den nächsten Monat. Der nächste Termin ist der 1. Oktober.
4. Sie wollen sich extern beraten lassen
BAFA-Förderung für Unternehmensberatung: 50 % Zuschuss, aber nur noch bis Jahresende
Der Bund gibt Ihnen einen Zuschuss, wenn Sie eine Beratung zu Themen wie Organisation, Abläufe, Personal oder Digitalisierung einkaufen. In Bayern sind das 50 % der Beratungskosten. Die Obergrenze liegt nach Angaben von Fachportalen für etablierte Betriebe bei 3.000 € Beratungskosten. Sie bekommen also bis zu 1.500 € zurück.
Die Bedingungen:
weniger als 250 Beschäftigte
Der Antrag geht online an das BAFA, bevor die Beratung beginnt.
Der Berater muss beim BAFA registriert sein.
Am Ende steht ein schriftlicher Bericht mit konkreten Empfehlungen.
Die Richtlinie gilt nur noch bis 31. Dezember 2026. Ob und wie es 2027 weitergeht, ist noch offen. Wenn Sie eine Beratung ohnehin geplant haben, stellen Sie den Antrag jetzt. Das BAFA braucht einige Wochen, bis Sie loslegen dürfen.
5. Sie wollen richtig tief einsteigen
KI-Transfer Plus: neun Monate Programm, 29.000 € Eigenanteil
Das Staatsministerium für Digitales begleitet mittelständische Unternehmen neun Monate lang. Am Ende stehen eine eigene KI-Strategie und ein umgesetztes Pilotprojekt. Dazu gibt es Workshops, Online-Kurse und Betreuung durch acht KI-Regionalzentren an bayerischen Hochschulen.
Ehrlich gesagt ist das für die meisten Betriebe in unserer Region zu groß. Sie tragen 29.000 € netto selbst, brauchen eine feste Projektleitung und Englischkenntnisse. Für einen Handwerksbetrieb mit 15 Leuten ist das kein realistischer Einstieg. Für ein Produktionsunternehmen mit 150 Beschäftigten und klarem Vorhaben kann es passen. Die aktuelle Runde läuft seit Juli 2026, die nächste Bewerbung ist frühestens 2027 möglich.
Welcher Weg passt zu Ihnen?
Wenn Sie sich erst mal orientieren wollen, gehen Sie zum Mittelstand-Digital Zentrum. Das kostet Sie nichts. Sollen Ihre Mitarbeitenden KI lernen, fragen Sie bei der Arbeitsagentur nach dem Qualifizierungschancengesetz. Mit weniger als 50 Beschäftigten zahlen Sie für den Kurs im besten Fall keinen Cent. Wollen Sie KI oder neue Software im Betrieb einführen, hilft der Digitalbonus Bayern. Dann trägt der Freistaat die Hälfte. Für eine externe Beratung gibt es die BAFA-Förderung, ebenfalls zur Hälfte, aber nur noch bis Jahresende. KI-Transfer Plus lohnt sich nur, wenn Sie mit einer Hochschule eine eigene KI-Strategie entwickeln wollen und 29.000 € dafür einplanen können.
Die Programme lassen sich kombinieren, solange Sie nicht dieselben Kosten doppelt fördern lassen. Ein Beispiel: Orientierung beim Mittelstand-Digital Zentrum, dann die Einführung über den Digitalbonus, dazu die Schulung Ihrer Leute über die Arbeitsagentur.
Eine Regel gilt fast überall: Erst der Antrag, dann der Auftrag. Wer vorher unterschreibt, bekommt meist gar nichts.
Und wenn Sie nicht durchblicken?
Das ist normal. Förderprogramme sind selten für Leute geschrieben, die nebenbei einen Betrieb führen. Rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen in einem kurzen Gespräch, welches Programm zu Ihrem Vorhaben passt und worauf Sie beim Antrag achten müssen. Das Erstgespräch ist kostenlos.
→ Jetzt Kontakt aufnehmen oder per Mail an servus@chiemgau-consulting.com
Weitere Quellen:
Digitalbonus Bayern | BAFA Unternehmensberatung | StMD: KI-Transfer Plus | baiosphere: KI-Transfer Plus 2026 | Mittelstand-Digital Zentrum Augsburg | Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk: KI-Werkstatt | Skill-Sprinters: Qualifizierungschancengesetz | Skill-Sprinters: BAFA-Förderung 2026